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Zwischen zwei Welten hin- und hergerissen

– ein ganz persönlicher Einblick

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kinder zuhause sind, während ich eine große Abgabe für die Uni zu erledigen habe.

Jedes Mal neu finde ich den Zwiespalt zwischen dem Mama- und Studentin-Sein herausfordernd: Wann kann ich mir die Zeit für mein Studium nehmen und wann soll ich alles stehen und liegen lassen und für meine Kinder da sein?

Die richtige Mitte zu finden, wäre hier wohl auch das richtige Stichwort. Doch es ist einfach nicht einfach.

Ich bin jung Mama geworden. In mir war parallel zum Ruf des Mutterseins, aber auch der Wunsch vorhanden Lehrerin zu werden.

So brannten nun diese beiden Leidenschaften in mir: das Muttersein vs. die Lehrerausbildung.

In den letzten Jahren musste ich mir dahingehend zwei extreme Äußerungen von anderen anhören: Weshalb bist du so jung Mama geworden?! Oder: Weshalb reicht es dir nicht, nur Mutter zu sein?! 

Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig darüber, wie mein Mann und ich unser Leben geplant haben. Doch Menschen äußern oft nur zu gern ihre unqualifizierten Meinungen über Dinge, die sie nichts angehen. Und diese Äußerungen schaffen dann manchmal Probleme. In mir löste es einen extremen Zwiespalt aus. Ich bekam den Eindruck, dass ich nur eins von den Beiden richtig machen könnte: eine Mutter sein oder studieren. 

Und was heißt es überhaupt eine gute Mutter zu sein?

Gehört dazu unbedingt das ständige Wäsche waschen, kochen und putzen? Ein makelloser Haushalt und die perfekte Organisation des Lebens meiner Kinder? 

Musste ich dafür immer zu Hause sein? 

Ich weiß nicht, ob der ein oder andere diese Gedanken nachvollziehen kann. 

Mir wurde bewusst, dass ich einen eigenen Weg dafür finden musste, eine gute Mutter und Studentin zu sein. Es sollte doch möglich sein, dass dieser scheinbare Zwiespalt zu einem Weg verschmilzt, oder?! Also machte ich mich innerlich auf den Weg meine Vorstellungen, Erwartungen und auch die anderer zu sortieren. Dabei wollte ich nicht den Weg der „typischen Karrierefrau“ wählen und meine Kinder möglicherweise in eine längere Fremdbetreuung geben – aber auch nicht die „typische Hausfrau“ sein, die – wie oben geschildert – Zuhause alles im Griff hat und reibungslos managet. Ich wusste, dass mir hierbei nur Gott helfen konnte. Mein Schöpfer. Der, der mich am allerbesten kennt, mich liebt und es gut mit mir meint. 

Auch hier musste ich Vorstellungen davon, was Gott vielleicht von mir erwarten würde, in mir aufräumen – und ich bin immer noch dabei. 

Ich bin also auf dem Weg mein Leben als Studentin, mit dem der Mutter zu verbinden. Dabei lerne ich jeden Tag dazu. Ich habe also noch nicht den „So studierst du und managest deine Familie brillant“-Weg entdeckt. 

Nein, es ist vielmehr ein „Sich immer wieder neu ausrichten“- Modus. 

Jeden Tag neu bin ich auf die Führung und Begleitung meines Gottes angewiesen. Denn ich weiß, dass nur er mir zeigen kann, was für einen Tag dran und wichtig ist. Immer, wenn ich versuche alles im Blick zu behalten und Pläne schmiede, erlebe ich, dass es oft ganz anders kommt. Spätestens dann, wenn ein Kind krank wird und ich wieder meine Organisation überdenken muss. 

Wenn ich im Vorhinein also schon darauf eingestellt bin, dass Dinge auch anders laufen können und ich im Vertrauen auf Gott einen Fuß vor den anderen setze, dann bleibe ich innerlich entspannt und flexibel. 

Gelingt mir das immer? Ich fürchte nicht. Aber ich bemühe mich darum, mich innerlich immer wieder neu auszurichten. Ich möchte dankbar für meine Kinder, meinen Mann, meine Familie und Freunde sein. Auch möchte ich immer wieder dankbar für die Möglichkeit sein, studieren zu können. Im Alltag kann das schon mal verloren gehen, wenn man von einem To-Do zum nächsten „hetzt“. Doch hetzen möchte ich nicht mehr. Also lerne ich durchzuatmen, mit Gott zu reden, ihn zu fragen, was für den Tag dran ist, mir nicht zu viel vorzunehmen und meine Kräfte einzuteilen. Ich will das Leben hier und jetzt genießen und nicht nur genervt sein. Ich will glücklich sein. Und das bin ich, wenn ich mir bewusst mache, dass Gott mich sieht, mich liebt und mit mir durch jeden Tag geht. Wenn Dinge nicht laufen wie geplant, hat er schon einen Weg, den ich nur noch nicht sehen kann. Halte ich mich also an ihn, dann kann ich die goldene Mitte finden. 

Mit Gott kann aus einem Zwiespalt ein gelingender Lebensweg werden. 

Wie geht es dir mit diesem Thema? Empfindest du in der ein oder anderen Sache auch einen Zwiespalt?

Wie sieht dein Alltag aus? Hetzt du von einem To-Do in den nächsten und fühlst dich dabei eventuell ausgelaugt und unglücklich?

Heute möchte ich dir Mut machen, indem ich dir sage, dass Gott bereitsteht, um dir zu helfen.

Nimm dir ein paar Minuten, um durchzuatmen – dich innerlich auf ihn auszurichten und ihn um Hilfe zu bitten. Hilfe dabei, seine Stimme im Trubel des Lebens hören zu können. Hilfe dabei, Frieden darüber zu empfinden, was gerade dran ist und andere Dinge loslassen zu können.

Gott möchte, dass du dein Leben jetzt und heute mit ihm genießen kannst, in dem Vertrauen darauf, dass er dich sieht, dich hält und dir alles zum Guten dienen lassen möchte.

In Liebe

Deine Christine

Matthäus 6,34

Jesus spricht: „Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.“ 

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