®

Was tun wir mit offenen Fragen?

Heute nehme ich euch in eine Geschichte aus 1. Könige 13 mit.

Ok, jetzt einmal kurz durchatmen – alles verstanden? Wenn nicht, dann lies diese doch sehr interessante Story nochmal! (Das die Propheten keine Namen haben, war nicht meine Idee 😊 – so ähnlich steht es auch im Originaltext der Bibel.)

Ich weiß nicht, wie es dir beim Lesen dieser Geschichte geht, aber bei mir tun sich viele Fragen auf (die ich nicht alle aufgeschrieben habe).

Die Wichtigste zuerst: Warum um alles in der Welt steht diese Geschichte in der Bibel?! Warum haben die beiden Propheten keine Namen? Weshalb lügt der Alte den Propheten an? Weshalb hört der Prophet auf den Alten? Weshalb essen die Beiden weiter, nachdem sie so eine schlimme Nachricht von Gott bekommen haben? Weshalb findet die Bibel es wichtig uns mitzuteilen, dass der Esel und der Löwe die ganze Zeit neben dem toten Propheten stehen? Häh?!

Ich habe keine Antworten auf die Fragen. Aber genau darum geht es mir heute.

Was tun wir mit offenen Fragen, die sich beim Lesen der Bibel auftun?

Was tun wir mit offenen Fragen, die sich generell in unserem Leben auftun?

Oft neigen wir meiner Ansicht nach dazu, schnell eine Antwort auf unsere Fragen formulieren zu wollen.

So könnte dann z.B. eine etwas oberflächliche Auslegung zu der von mir nacherzählten Textpassage aussehen: „Diese Geschichte zeigt uns, dass wir immer tun sollten, was Gott uns sagt, sonst könnte es schlimme Folgen haben!“

Heute möchte ich bewusst dazu einladen, einen anderen Weg zu wählen, als den der „direkten“ Auslegung oder Erklärungsfindung.

Denn oft gibt es auf unsere Fragen keine eindeutigen Antworten – auch theologisch nicht.

Die Einladung beinhaltet, dass wir zunächst schauen, was der Text – oder die Lebensphase – mit uns macht: Welche Fragen stellen sich mir?  Welche Gedanken tun sich mir beim Lesen/Leben auf? (Einige meiner Fragen habe ich weiter oben bereits aufgeschrieben.)

Mit diesen Gedanken und Fragen können wir dann direkt zu Gott gehen, sie ihm stellen und warten. Ich habe erlebt, dass gerade herausfordernde biblische Texte – und herausfordernde Lebensphasen –, eine einzigartige Fülle mit sich bringen.

In dem Prozess des Fragens und Wartens, können sich dann wiederum neue Fragen auftun. Dabei lohnt es sich, ehrlichen Herzens nach einer aufrichtigen Antwort zu suchen.

So könnten die neuen Fragen dann aussehen:

„Vernachlässige ich manchmal das, was ich als Reden Gottes wahrgenommen habe?“

„Weshalb höre ich manchmal auf andere, obwohl ich einen anderen Weg einschlagen wollte?“

Oder:

„Weshalb muss der Prophet in der Geschichte auf so grausame Art und Weise sterben?“ – „Weshalb stört mich das? Was denke ich, wie Gott ist?“

(Bezogen auf eine herausfordernde Lebensphase, können die Fragen ähnlich oder inhaltlich ganz anders aussehen. Hauptsache ist, die Fragen werden wahrgenommen und an den richtigen Adressaten – Gott – gerichtet.)

Mir geht es mit diesem Beitrag unter anderem darum, dass biblische Texte dafür genutzt werden, um auf sehr persönlicher und individueller Ebene in einen Austausch – und vielleicht auch mal in eine Auseinandersetzung – mit Gott zu kommen.

In Liebe

Christine

PS: Teilt mir gerne eure Gedanken zu dieser Bibelgeschichte mit! Ich konnte der Textpassage oftmals viel Humor abspüren, wie man vielleicht das ein oder andere Mal gemerkt hat 😉

Jetzt Teilen!

Consent Management Platform von Real Cookie Banner