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Noch bevor ich darum bitten konnte…

Es ist viel los bei uns. Ehrlich gesagt weiß ich manchmal nicht, wo mir der Kopf steht. Montags bin ich fast den ganzen Tag in der Uni und arbeite am Nachtmittag. Dienstags bin ich noch länger in der Uni. Am Mittwoch habe ich nur einen halben Tag Uni und am Donnerstag nur am Vormittag ein Seminar, arbeite dann aber nochmal am Nachmittag. Bin ich nicht in der Uni, dann lerne ich oder erbringe anderweitig Leistungen für die Uni. Dann kümmere ich mich noch um die Kinder und ihre Termine, lerne mit ihnen, sorge für die Wäsche und das Essen, gehe einkaufen, räume auf und nehme ehrenamtliche sowie familiäre Verpflichtungen wahr. Ja, es ist viel los und manchmal ist es mir zu viel. Es fühlt sich so an, als würde ich tagtäglich an meine Grenzen kommen. Auch vor meiner Familie kann ich das nicht verbergen und ohne ihre tatkräftige Unterstützung würde ich es sowieso nicht schaffen. Eins wissen wir: So kann es nicht mehr lange weitergehen. Mein Körper ächzt und stöhnt an so manchen Ecken. Doch trotz alledem spüre und erlebe ich Gottes Führung in meinem bzw. unserem Leben. Ich bete jeden Tag um Wegweisung, um Weisheit, um gut für mich und die Familie (und all die anderen Dinge) sorgen und Prioritäten setzen zu können. Dabei empfinde ich Gottes Bestätigung für diese Lebensphase und höre immer wieder in meinem Herzen: „Ich bin für dich da! Ich helfe dir bei allem!“. Ohne diesen Zuspruch hätte ich das Handtuch schon längst geworfen, denn wozu eigentlich der ganze Stress? Was das Leben genau bringt, kann ich nicht sagen. Doch mein Kopf steckt voller Ideen und Visionen – voller Leben. Und eine von diesen Visionen sehe ich sehr klar: Ich soll Lehrerin werden. Und so vielen vielen Kindern und ihren Eltern mit Gottes Liebe begegnen. Doch dieser Weg ist lang und steinig….bevor ich jetzt aber zu weit aushole, kommt hier die kleine Geschichte, in die ich euch mitnehmen möchte. Dafür wollte ich zunächst ein wenig meinen derzeitigen Alltag schildern. Außerdem wird dadurch sehr viel deutlicher, wie wertvoll diese kleine Story für mich ist.

In dieser Woche bin ich ganz schön krank geworden, eine dicke Erkältung meldete sich an. In den letzten Wochen ist immer mal wieder eins der Kinder krank gewesen und ich habe deshalb einige Kurse in der Uni ausfallen lassen. Das darf ich aber nicht zu oft machen. Denn dadurch wird es erheblich schwieriger meine Leistungen zu erbringen. So, nun wurde ich krank und ich dachte mir, dass ich eigentlich zuhause bleiben und mich ausruhen müsste. Doch wie, wenn ich in den letzten Wochen schon unregelmäßig oder gar nicht in der Uni gewesen bin? Es standen ein paar wichtige Termine an. Doch dann passierte es: Diverse Kurse vielen aus oder fanden aufgrund anderer Termine gar nicht erst statt (planmäßig), was mir erst immer vor dem nächsten Tag klar wurde.

Ich weiß nicht, ob jemand von euch das nachvollziehen kann. Aber wenn man erledigt vom Tag im Bett liegt und dann plötzlich so ein Gedanke kommt: „Schau mal nach, ob die Kurse überhaupt stattfinden.“. Man dann nachschaut und feststellt: „Nein, die finden nicht statt!“ und man sich wie ein Honigkuchenpferd darüber freut, weil man sich in der Zeit auskurieren kann – dass ist einfach genial!

Manche denken vielleicht: Es ist Zufall. Andere bezeichnen es als: Glück gehabt.

Doch ich weiß: Es ist die pure Versorgung von meinem Gott gewesen. In Matthäus 6, 8 sagt Jesus etwas, dass ich vorher nie so wirklich verstanden habe – bis jetzt. Und zwar sagt er: „[…] euer Vater weiß genau, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet!“.

Ich wusste nicht, dass ich nochmal so richtig krank werden und es brauchen würde, dass ein paar Kurse ausfallen. Doch mein Vater im Himmel wusste es schon. Er sorgte schon vorher dafür, dass die Kurse nicht stattfinden würden und ich mich in der Zeit ausruhen könnte.

Für manche hört es sich vielleicht so an, als sei diese kleine Story an den Haaren herbeigezogen und ich würde Gottes Eingreifen nur da hineininterpretieren.

Ich finde es allerdings vermessen, dass die Menschen oft sagen: „Warum hat Gott dies oder jenes nicht verhindert?!“, und sich dann gleichzeitig weigern, sein Eingreifen in so vielen anderen Lebenssituationen anzuerkennen. Erkennst du da auch dieses Ungleichgewicht? Ist doch irgendwie ungerecht, nicht wahr?

Deshalb dieser Beitrag.

Meine Ermutigung heute ist, sich gerade jetzt einmal ein wenig Zeit dafür zu nehmen, um darüber nachzudenken, wo Gott in der letzten Woche eingegriffen hat. Wo kannst du seine Hand über deinem Leben erkennen, seine Führung klarsehen? Erkenne dies an. Und danke ihm dafür.

Dieses Nachdenken und Anerkennen der Dinge, die Gott tut, setzt die Segel unseres Lebens immer wieder neu. Der Kurs ist dann richtig und das Ziel bringt anschließend einen unermesslichen Gewinn.

Zum Abschluss habe ich noch ein kurzes Gebet für euch, dass ich mir vor ein paar Tagen als Ableitung von Psalm 32 in mein Gebetsbüchlein geschrieben habe.

Es ist so wohltuend – bete es doch gerne mit mir:

Danke Herr, dass du mir Verständnis gibst und mich den richtigen Weg führst.

Danke, dass du mich berätst und über mir wachst.

Danke, dass ich immer von deiner Güte umgeben bin.

Ich will dir folgen und mich von dir leiten lassen!

Ich will mich über dich und das Leben, dass du gibst, freuen – denn mein Herz sucht dich aufrichtig!

Nun wünsche ich euch noch ein wunderschönes Wochenende und Gottes Segen

Christine

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