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Das Leben in Fülle?!

In Johannes 10,10 lesen wir einen bekannten Ausspruch Jesu: „Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.“ (NLB)

Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, wenn du diesen Vers liest, welche Erwartungen oder Vorstellungen du daran knüpfst, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich damit irgendwie immer eine Vorstellung von einem Leben verknüpft habe, dass „über den Problemen“ steht. Wenn man den Vers so gekoppelt vom Kontext liest, kann es den Anschein erwecken, dass Jesus uns ein Leben ohne größere „Schwierigkeiten“ versprechen würde. Doch das tut er nicht. In Johannes 10,1-21 (NLB) lesen wir eine Passage, in der Jesus sich selbst mit einem guten Hirten vergleicht, der sich mit vollem Einsatz um seine Schafe (alle, die ihm glauben) kümmert. Er erwähnt, dass er selbst sich dafür entscheidet sein Leben für diese Schafe hinzugeben. Er kennt und nennt jedes Schaf beim Namen – sie liegen ihm wirklich am Herzen. Doch er deutet an, dass wenn Wölfe kämen, er nicht weglaufen würde. Er sagt aber auch, dass er kein für Geld bezahlter Hirte ist und weglaufen würde, wenn Schwierigkeiten kämen. Aha, also würden doch Schwierigkeiten kommen!

Ich glaube, die Perspektive, die Jesus uns in der Textpassage geben möchte, ist: „Egal was kommt, ich bin da! Ich kämpfe – ich setze mich ein!“. Was ist also, wenn „das Leben in Fülle“ auch Schwierigkeiten beinhält?! Also was, wenn das Leben „in Fülle“ die Aufs und Abs des Lebens einbezieht? Was, wenn „das Leben in Fülle“ bedeutet, dass Jesus immer bei uns ist?! Es geht dann nicht um ein „problemfreies“ Leben, nicht um ein „perfektes“ Leben. Es geht dann darum, seine Stimme in allen Phasen des Lebens zu hören – auf ihn zu hören und uns auf ihn und seine Versorgung – seinen Einsatz – zu verlassen!

In dieser Textpassage sagt Jesus auch „Wo er [der mir folgt] auch hinkommt, wird er grüne Weiden finden.“ (Vers 9). Auch hier könnte man schnell denken: „Super! Wenn ich Jesus folge, dann wird es mir „immer“ gut gehen!“. Lasst uns den Satz nochmal lesen – „Wo er hinkommt, wird er grüne Weiden finden.“ Bedeutet das nicht, dass wir in jeder Lebensphase – in jeder Schwierigkeit, jedem Problem – eine „grüne Weide“ (einen Ort des Friedens, der Ruhe, der Versorgung) finden können?!

Also nochmal zusammengefasst: Jesus spricht davon, dass es Schwierigkeiten geben wird. Gleichzeitig verspricht er aber auch, dass er immer für uns da sein wird! Er setzt sich ein, kämpft für uns und versorgt uns! Außerdem können wir durch seine Leitung auch in den Herausforderungen „Orte“ des Friedens, des Auftankens, der Ruhe und des Lebens finden (wie auch immer du „grüne Weiden“ definierst 😉).

Vielleicht ermutigen dich diese Gedanken heute besonders (und das hoffe ich auch).

Ich bete dafür, dass diese aufgeschriebenen Worte dir die Motivation dazu geben, diesen guten Hirten gerade jetzt in deiner Situation zu suchen – nach ihm zu rufen. Vielleicht hast du dich gerade in irgendetwas verlaufen und brauchst es, seine gute Stimme zu hören und dich von ihm auf eine grüne Weide führen zu lassen.

Ich wünsche dir von Herzen Gottes Führung, seine spürbare Nähe und das Wissen, dass er für dich ist!

Liebste Grüße

Christine

PS: In den Anhang setzte ich nochmal die ganze Textpassage zum Nachlesen und Nachempfinden 😊

Johannes 10,1-21 (NLB):

1 Ich versichere euch: Wer sich über die Mauer in den Schafpferch schleicht, statt durchs Tor hineinzugehen, ist ein Dieb und ein Räuber! 2 Denn ein Hirte tritt durch das Tor ein. 3 Der Torhüter öffnet ihm, und die Schafe hören seine Stimme und kommen zu ihm. Er ruft seine Schafe, die ihm gehören, beim Namen und führt sie hinaus. 4 Wenn er seine Herde versammelt hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern laufen vor ihm weg, weil sie seine Stimme nicht kennen.« 6 Die Zuhörer wussten nicht, was Jesus mit diesem Bild meinte, 7 deshalb erklärte er es ihnen. »Ich versichere euch: Ich bin das Tor zu den Schafen«, sagte er. 8 »Alle, die vor mir kamen, waren Diebe und Räuber. Doch die Schafe hörten nicht auf sie. 9 Ja, ich bin das Tor. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Wo er auch hinkommt, wird er grüne Weiden finden. 10 Ein Dieb will rauben, morden und zerstören. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken. 11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe. 12 Ein Schäfer, der nur für Lohn arbeitet, läuft davon, wenn er einen Wolf kommen sieht. Er wird die Schafe im Stich lassen, weil sie ihm nicht gehören und er nicht ihr Hirte ist. Und so greift der Wolf sie an und zerstreut die Herde. 13 Der bezahlte Arbeiter läuft davon, weil er nur angeworben wurde und die Schafe ihm nicht wirklich am Herzen liegen. 14 Ich bin der gute Hirte; ich kenne meine Schafe und sie kennen mich, 15 so wie mein Vater mich kennt und ich den Vater. Ich gebe mein Leben für die Schafe. 16 Ich habe auch noch andere Schafe, die nicht in diesem Pferch sind. Auch sie muss ich herführen, und sie werden auf meine Stimme hören; und alle werden eine Herde mit einem Hirten sein. 17 Der Vater liebt mich, weil ich mein Leben hingebe, um es wiederzuerlangen. 18 Niemand kann es mir nehmen. Ich gebe es freiwillig hin. Ich habe die Macht, es hinzugeben, und ich habe die Macht, es wieder zu nehmen. Denn mein Vater hat mir diesen Auftrag gegeben.« 19 Wegen dieser Worte waren die Menschen[1] wieder geteilter Meinung über ihn. 20 Manche meinten: »Er hat einen Dämon und ist verrückt. Warum hört ihr auf einen solchen Mann?« 21 Andere dagegen sagten: »Das klingt nicht nach einem Mann, der von einem Dämon besessen ist! Oder kann ein Dämon etwa den Blinden die Augen öffnen?« 

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