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„Gnade über Gnade“

Gnade- ein ziemlich altbackenes, frommes Wort!

Was bedeutet das eigentlich?

Es ist unverdientes Wohlwollen; dass jemand es unverdienterweise gut mit uns meint – wir als Christen haben das schon oft gehört.

Und ich habe auch gedacht: „Das ist ein Thema, das habe ich schon längst begriffen.“

Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass ich eine Auffrischung in dem Thema nötig hatte.

Es waren Sommerferien, ich als Alleinerziehende war fast 24/7 mit meinen Kindern zusammen. Gerade die letzte Woche zog sich wie Kaugummi…

Und irgendwann war mein Tank einfach nur leer.

Bei jedem verkippten Glas und jedem weiteren Geschwisterstreit über Kleinigkeiten hätte ich an die Decke gehen können. – Bin ich dann auch irgendwann!

Danach kamen die Schuldgefühle und die innere Anklage: Wieso habe ich nicht mehr Geduld? Warum bin ich nicht so wie XY? Wann kriege ich es endlich mal hin?

Vielleicht hattest du auch schon solche Gedanken? Wenn nicht in der Kindererziehung, dann in anderen Bereichen.

Wo man sich einfach fragt: Wann krieg ich dieses oder jenes endlich mal besser hin?

Die Sache ist die, genau dann brauchen wir Gottes Gnade. Anstatt unserem inneren Kritiker weiter zu erlauben, uns mit Vorwürfen zu bombardieren, dürfen wir einfach Gottes Vergebung annehmen.

Einfach so! Völlig unverdient! Weil Jesus für unsere Fehler bezahlt hat.

Ich brauche Gott nichts vorzumachen. Er sieht mein Herz, meine Gedanken und Motive. Wir dürfen ganz ehrlich vor Gott sein. Und gerade wenn wir schwache Momente hatten, können wir uns sicher sein, dass er uns nicht wegstößt.

Aber das ist noch nicht das Beste!

In Matthäus 11,28-30 heißt es:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Dazu habe ich eine interessante Erklärung gehört. Ein Joch war damals ein Gerät für den Ackerbau, wo meistens zwei Tiere eingespannt waren. Das würde im übertragenen Sinne bedeuten, dass wir unsere Last ziehen (Aufgaben im Alltag, Sorgen, etc.), aber wenn wir ihn lassen, zieht Jesus auf der anderes Seite mit. Deswegen ist seine Last leicht!

Das bedeutet Gott vergibt uns nicht nur unsere Fehler, sondern er will uns auch helfen, aus seiner Kraft zu leben und es besser zu machen.

Wie kann ich denn aus seiner Kraft leben?

Die Antwort ist einfach: Durch Zeit mit Jesus. Wir können jederzeit mit ihm sprechen. Bei allem was wir tun, können wir Jesus um Hilfe bitten und er redet durch die Bibel zu uns. Und wir können den Heiligen Geist bitten, dass er uns die Kraft gibt, die wir brauchen.

Wenn es solche Momente gibt (wie der mit meinen Kindern), merke ich meistens: Ich habe es wieder aus eigener Kraft versucht. Ich habe mir nicht die Zeit genommen, Gott in meinen Alltag einzuladen.

Wir sind seine Geschöpfe und wir sind nicht dafür gemacht, ohne ihn in vollem Maß zu „funktionieren“.

Eines meiner Lieblingszitate ist:

„Im Herzen eines jeden Menschen befindet sich ein von Gott geschaffenes Vakuum, das durch nichts Erschaffenes erfüllt werden kann als alleine durch Gott, den Schöpfer, so wie er sich in Christus offenbart.“ -Blaise Pascal

Eine sehr treffend ausgedrückte Wahrheit!

Wenn wir dieses Vakuum nicht von Gott ausfüllen lassen, dann neigen wir dazu uns einen Ersatz zu suchen, der dann im Endeffekt ungesund ist. Das können Drogen, Vergnügen, Pornos, übermäßiges Essen oder Trinken, exzessiver Sport oder andere Ausflüchte sein. Sie fühlen sich kurzzeitig so an, als ob sie dieses Loch ausfüllen oder unsere Last leichter machen, aber sie tun es am Ende doch nicht und schaden uns letztendlich.

Gerade in unseren Problemen dürfen wir uns wie Kinder an Gott richten. Wir müssen nicht erst perfekt sein und alles im Griff haben. Das Schöne ist, dass Gott, wenn er uns vergeben hat, die Dinge nicht mehr hervor holt und sie uns vorhält. Und das sollten wir auch nicht.

„Ja, der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben und unsere Schuld auslöschen. Er wirft alle unsere Sünden ins tiefste Meer.“ Micha 7,19

Was für ein unfassbares Geschenk!

Und diese Gnade, die wir von Gott erfahren, dürfen wir dann auch den Fehlern anderer Menschen entgegenbringen.

Seid gesegnet!

Nici K.

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