Das erste Quartal des Jahres ist schon vorbei. Was für eine Unruhe im Land und in der Welt.
Wir werden täglich mit neuen Informationen und Nachrichten konfrontiert.
Da habe ich mich mal wieder für eine Woche „ohne alles“ entschieden und bin von meinem Mann in ein Hotel am Meer gefahren worden. Als er mit dem Auto wieder weggefahren ist, habe ich mein Zimmer bezogen. Ein einfach schönes Zimmer mit Blick auf die Nordsee in der Woche vor Ostern für 4 Tage. Das Besondere an diesem Hotel: Es ist dort sehr still. In den Hotelregeln ist festgelegt, dass niemand ein elektronisches Gerät in den Gemeinschaftsräumen nutzt. Und wir sind mit Hausschuhen unterwegs. Es ist komplett ruhig in dem Hotel. Auf den Zimmern gibt es alles, was notwendig ist. Kein Fernsehen. Eben Stille und Ruhe und den Blick aufs Meer.
Das ist irgendwie schwer in der heutigen Zeit eine Zeit der Stille und Ruhe zu bekommen – auch im Vertrauen auf Gott sind wir wenig unterwegs. Die meisten Beiträge in den sozialen Medien gehen von Selbstoptimierung über Leistungssteigerung bis hin zu Work-Life Balance. Wenig bis gar nichts von Umkehr oder Vertrauen zu und in Gott. Und schon gar nichts über Ruhe und Stille, obwohl ich merke, dass da auch ein Bedarf steigt – bei uns allen.
Für mich ist das immer eine gute Übung und ich merke, wie gut es tut, einfach zu sein. In der Ruhe und in der Stille wird sogar mein Puls langsamer. Ich lese und merke, wie viel mehr von den Zeilen hängen bleiben, die ich lese, einfach, weil es gar keine Ablenkung gibt. In der Zeit im Hotel habe ich viel nachgedacht und auch einen Rückblick auf mein eigenes Leben gemacht (inzwischen fast 6 Jahrzehnte). Das war sehr spannend, denn ich habe einige Erinnerungen wieder hervorgeholt und bin meinen Eltern sehr dankbar für meine Kindheit und Jugend. Auch über die Eigenschaften Gottes habe ich mir noch einmal Gedanken gemacht und auch einiges gelesen. Gott ist barmherzig, treu, voller Liebe und langsam zum Zorn. Das sind so gute Eigenschaften, die an uns auch sichtbar werden sollen. Da ist bei mir auf jeden Fall noch Luft nach oben. Gut, bei Treue bin ich glaube ich schon ganz gut. Ich arbeite seit 38 Jahren bei dem gleichen Arbeitgeber, bin schon 33 Jahre mit demselben Mann unterwegs und bin auch bei allen Höhen und Tiefen immer noch in der Gemeinde, in der wir geheiratet haben und dieses Jahr schon 40 Jahre mit dem Glauben an Jesus unterwegs. Doch bei den anderen Eigenschaften brauche ich noch einen Ausbau. Barmherzig – ein Wort, das aus unserem Wortschatz fast verschwunden ist. Für mich ist Barmherzigkeit auch mit Geduld verbunden. Geduld in Liebe miteinander. In der Schlange an der Kasse, auf der Straße, mit alten Menschen, mit Kindern – barmherzig sein heißt einfach, das Leid anderer mittragen und Verständnis und Mitgefühl aufbringen. Auch Vergeben oder Trösten und Helfen in akuter Not. Da geht es ganz viel auch um einen Aufwand, den das dann für mich bedeutet. Und dann ist da noch die Eigenschaft „langsam zum Zorn“. Das ist auf jeden Fall eine Aufgabe. Wo es nicht so läuft, wie ich das will, gerate ich oft schnell in eine latente Wut, die sehr unangenehm besonders für nahestehende Menschen ist. Ich will lernen in diesen Eigenschaften zu wachsen. In einem meiner gelesenen Bücher stand: Du wirst so, wie das, was du anschaust. (J.M.Comer, Gott hat einen Namen). Schaust du die ganze Zeit Instagram, Nachrichten und social Media, dann wirst du so, wie die Menschen sich dort darstellen. Dann geht es viel um die oben genannten Dinge Selbstoptimierung und Leistungssteigerung und um Dinge, die du kaufen sollst, damit dir das Leben gelingt.
Schaust Du in die Bibel und siehst, wie Jesus war, dann wirst du so, wie ER war. Barmherzig, treu, liebevoll und langsam zum Zorn.
Wo schaust DU hin?
Wie willst DU sein?
Ich wünsche uns Weisheit – die Dinge, die uns prägen, weise zu wählen.
Und ich wünsche dir dafür Ruhe und Stille.
Denn so spricht der Herr, HERR, der Heilige Israels:
Jesaja 30,15
Durch Umkehr und durch Ruhe werdet ihr gerettet.
In Stillsein und in Vertrauen ist eure Stärke.
Aber ihr habt nicht gewollt.
Liebe Grüße
Astrid
P.S. Das Buch von John Mark Comer ist echt zu empfehlen und heißt „Gott hat einen Namen“