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Einfach ehrlich – im Alltag geht mir die Freude oftmals flöten!

Ich bin von dem Beitrag letzter Woche, der von Dany gewesen ist, inspiriert. Manchmal denkt man, dass wenn man einen Beitrag verfassen muss, dieser irgendwie herausragend bereichernd sein sollte. Dany brachte es letzte Woche aber sehr gut auf den Punkt, indem sie meinte, dass wir – als EL-Mitarbeiter – einfach aus unserem Leben berichten, auch ohne spektakuläre Erlebnisse, weltbewegende Geistesblitze oder ähnlichem. Also habe ich den Mut gefasst und es ihr gleichgetan, denn heute nehme ich euch „einfach ehrlich“ in meine Situation und Gedanken mit hinein.

Meine Situation hat sich in den letzten Wochen – seit meinen vergangenen Beiträgen – kaum geändert: Es ist immer noch viel los in meinem Leben (mit dem Studium, den Kindern, dem Haushalt, dem Ehrenamt, usw.), und manchmal weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht. Jetzt wollte ich aber nicht „schon wieder“ von meinem vollen Alltag mit all den To-Do´s berichten, denn das fühlt sich einfach nach einer auffallend langweiligen Wiederholung an. Ich wollte es an der Stelle aber einmal erwähnen, um auch denjenigen, die den Blog nicht regelmäßig verfolgen, eine Chance zu geben auf dem neusten Stand zu kommen und meine folgenden Gedanken nachvollziehen zu können.

Bei all meinen Aktivitäten und Verantwortlichkeiten verliere ich oftmals die Freude – „sie geht flöten“ – das gebe ich zu. Schon seit einer Weile mach ich mir Gedanken darüber, wie ich damit umgehen soll. Ich merke, dass mir vieles „zu viel“ wird und ich anfange, mich über viele Bereiche meines Lebens zu beschweren. Stressmanagement, Prioritätensetzung und eine gute Planung helfen natürlich im Leben, aber wenn es Phasen gibt, in denen einfach viel zu tun ist, komme ich mental trotzdem ins Schwimmen – kennt das jemand von euch? Ich will mich dann eigentlich nur zurückziehen und nichts und niemanden mehr hören. Das geht aber nicht immer so einfach, besonders nicht, wenn das Essen noch gekocht, die Hausaufgaben der Kinder noch kontrolliert werden, die Wäsche aufgehängt, Nachrichten beantwortet und der gerade reinkommende Anruf noch entgegengenommen werden muss. Dabei weiß ich ja, dass ich diejenige bin, die die Entscheidung über meine Aktivitäten hat – nicht sie haben die Macht über mich. Dessen muss ich mir aber immer wieder bewusst werden. Es ist manchmal einfach so, dass mich der Sog, der Strudel, all der To-Do´s einnimmt, ich nur noch „funktioniere“ und mich am Ende darüber beschwere, dass ich kaum Zeit für mich hatte, die Küche sowieso nie wieder aufgeräumt werden muss, weil – auch wenn ich es tue – sie nach 5 Minuten wieder so aussieht, als würde die Frau des Hauses das Wort „Putzen“ nicht kennen, usw.

Ich will dann ausbrechen – ehrlich liebe Leute – ich würde dann am liebsten verschwinden und alles hinter mir lassen. Gibt es eigentlich einfach die Möglichkeit, in einem anderen Land unter anderem Namen ein neues Leben beginnen?!

Ich haue nicht ab und allein das hätte meiner Ansicht nach einen Preis verdient! – denn ich liebe meine Familie! Ja, ich liebe diesen tollen Haufen und will gar nicht ohne sie leben.

Außerdem finde ich meine Ausbildung echt gut – ich bekomme oft zurückgemeldet, dass ich eine sehr gute Lehrerpersönlichkeit habe, und das ermutigt mich darin, mein Ziel Grundschullehrerin zu werden voranzutreiben.

Auch meine Gemeinde habe ich sehr gern und die Mitarbeit in ihr, finde ich sehr wichtig – das war schon immer Teil meines Lebens.

Ich bin auch dankbar für unser Haus, auch wenn es eine Renovierung meins Erachtens dringend nötig hat.

Versteht ihr also meinen Zwiespalt?

Einerseits liebe ich es, mich um meine Kinder zu kümmern: gutes Essen bereitzustellen, mich um ihre Kleidung zu kümmern, mir ihre Sorgen anzuhören, usw. – und andererseits kann ich das Wort „Mama“ manchmal einfach nicht mehr hören.

Einerseits rauscht mir der Schädel bei all den Dingen, die für die letzte Etappe meines Studiums noch erledigt werden müssen – und andererseits bin ich begeistert von dem Beruf und freudig in der Erwartung bald endlich mehr Praxis darin erfahren zu können und das Thema „Studium“ für´s Erste abhaken zu können.

Einerseits liebe ich es, immer wieder den Lobpreis in der Gemeinde leiten zu können, mit den Kindern zu arbeiten und neue Arbeitsfelder zu erkunden – und andererseits kosten mich die Vorbereitungen manchmal viel Mühe und Zeit.

Einerseits machen mir also alle notwendigen Tätigkeiten in meinen Lebensbereichen zu schaffen und andererseits liebe ich sie, weil ich die Menschen liebe, die davon profitieren.

Für meinen Zwiespalt habe ich noch keine Lösung. Einige würden jetzt sagen: „Setz bessere Prioritäten, tu gewisse Dinge einfach nicht mehr.“ Dabei gehen dann die Meinungen darüber, was Priorität in meinem Leben haben und was aufgehört werden sollte, je nach „Berater“ weit auseinander.

Liebe Leute, hier helfen mir keine „Tipps“ – ich muss diese Situation mit all meinen Vorstellungen, Leidenschaften, To-do´s usw. selbst mit meinen Energiereserven erproben, überdenken, und mit Gott besprechen. Diese „Problematik“ ist sehr vielschichtig – so ist es einfach und ich bin dankbar, dass ich Gott bei mir habe, mit dem ich das alles besprechen und Erfahrungen machen kann.

Eins steht für mich fest: Ich will leben – das Leben wirklich in jedem Augenblick spüren, genießen, und gerne leben und angehen wollen. Ich möchte mich nicht mehr so oft beschweren, denn ich habe allen Grund dafür dankbar zu sein. Ich möchte mich nicht von meiner To-Do-Liste überwältigen lassen, sondern sie mit einem kühlen Kopf bezwingen. Ich möchte keine Angst vor dem nächsten Tag haben, oder durch längeres Wachbleiben den kommenden Tag „herausschieben“. Ich möchte jeden Tag voller Freude, Motivation und Zuversicht leben und darin mit der Frau aus Sprüche 31,25 übereinstimmen: „Sie strahlt Kraft und Würde aus, und sie lacht und hat keine Angst vor dem kommenden Tag.“

Ich will mich naiv darauf verlassen, dass – solange ich jeden Tag mein Bestes gebe und die Dinge mit Gott bespreche – er alles für mich ausloten wird, weil er mich so sehr liebt!

Heute hast du einen Einblick in meine Gefühls- und Gedankenwelt bekommen.

Vielleicht ist die Ermutigung daraus heute die Erkenntnis, dass du mit deinen Gefühlen und Gedanken nicht allein bist. Vielleicht kannst du dich auch mit meinen Wünschen im Umgang mit dieser Situation identifizieren und eine neue Entschlossenheit dafür gewinnen, jeden Tag eine gute Perspektive auf deine Lebenssituation einnehmen und die Dinge mit Gott aushandeln zu wollen.

Liebste Grüße und Segenswünsche von Christine

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