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Schwäche annehmen

Schwäche annehmen

Manchmal frage ich mich, warum es uns so schwerfällt unsere Schwächen anzunehmen – oder warum wir meinen, immer stark sein zu müssen.

Wenn der Körper „Stopp“ sagt

Neulich habe ich mich erkältet, weil ich mich bei Minus 9 Grad zu lange im Freien aufgehalten habe. Ich war am Feiertag in Augsburg in der Innenstadt und es fuhren keine passenden öffentlichen Verkehrsmittel zurück zu meinem Hotel. Ich entschied die Strecke zu Fuß zu laufen und war somit 40 Minuten in der eisigen Kälte unterwegs.

Dies hatte leider zur Folge, dass ich meine Lungen verkühlt und einen starken Husten entwickelt habe. Am nächsten Tag hatte ich deutliche Krankheitszeichen mit Schwäche, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen, Halsweh und Husten.

Na toll, das volle Programm an Erkältung. So habe ich es mir nicht vorgestellt. Neben einigen anderen Aufgaben, die ich wegen meiner Erkältung nicht erledigen konnte, war ich mit dem Schreiben des Blogbeitrags dran. Eigentlich wollte ich etwas Ermutigendes schreiben und suchte nach einem passenden Thema.

Mein Mann schlug mir das Thema vor:


Sofort ging ich innerlich auf Abwehr und wies das Thema „Schwäche“ ab. Schwäche? Nein, das wollte ich nicht. Es war schwer genug schwach zu sein und sich schwach zu fühlen. Jetzt auch noch darüber schreiben? Das wollte ich auf keinen Fall.

Es war schwierig genug meinem Blogger-Team mitzuteilen, dass ich es nicht schaffe, pünktlich den Blogbeitrag zu schreiben und auf die Webseite zu laden.

Warum uns das Annehmen von Schwäche so schwer fällt.

In meinem Umfeld sehe ich die Menschen, die um jeden Preis stark sein wollen:
Den alten Mann, der keinen Rollator benutzen will, obwohl jeder Schritt schmerzt und er keine langen Strecken mehr laufen kann.
Die ältere Frau, die keine Hilfe im Haushalt annimmt, weil sie das ihr ganzes Leben allein gemacht hat.
Die junge Mutter, die über ihre Grenzen hinausgeht, weil sie glaubt, alles schaffen zu müssen.
Ein Unternehmer, der sich finanziell übernommen hat und anderen die Schuld dafür gibt.

Warum fällt es uns so schwer, schwach zu sein?
Vielleicht, weil wir gelernt haben, dass Schwäche Scham bedeutet?
Es ist auch Stolz in unserem Herzen, der sagt, dass wir alles alleine können.
Wir denken, dass wenn wir nichts leisten, dass wir dann wertlos sind.
Wir glauben der Lüge perfekt sein zu müssen.

Wie gehst du mit deiner Schwäche um?

Wenn Schwäche zum Wendepunkt wird
Als ich akzeptiert hatte, dass ich jetzt ein paar Tage erkältet bin und meine Schwäche angenommen hatte, habe ich inneren Frieden bekommen.
Ich musste nichts leisten, keine Rolle erfüllen und darf auch mal Pause machen. Und gerade in dieser Ruhe wuchs leise neue Kraft.

Ich weiß mich in Gott geborgen und dass meine Schwäche auch zu SEINEM Plan gehört. ER ist in Kontrolle und meine Zeit steht in SEINEN Händen. Ich weiß mich in der Vaterliebe Gottes geborgen und schaue im Vertrauen auf JESUS.
Schwäche ist kein Zeichen von Scheitern, sondern der Raum, in dem Gott wirken kann.

»Meine Gnade ist alles, was du brauchst. 
Meine Kraft zeigt sich in deiner Schwäche.«
Und nun bin ich zufrieden mit meiner Schwäche,
damit die Kraft von Christus durch mich wirken kann.
( 2.  Korinther 12,9 Neues Leben Bibel)

Drei ermutigende Gedanken für den Alltag

  1. Schwäche annehmen.
    Erkenne ehrlich, wenn du schwach bist.
    Gib zu, wenn du gerade nicht leisten kannst.
    Spüre, wenn du eine Pause brauchst und nimm dir Zeit dafür.
    Es ist kein Versagen, sondern ein Moment der Wahrheit.
  2. Hilfe zulassen.
    Hilfe ist ein Geschenk – kein Eingeständnis von Unfähigkeit.
    Gemeinschaft entsteht dort, wo wir einander tragen.
    Ich war sehr froh und dankbar, dass mich mein Mann in der Zeit der Schwäche versorgt hat und mich unterstützt hat.
    Wenn er einmal schwach ist, dann versorge ich ihn auch und unterstütze ihn.
  3. Ruhe als Kraftquelle.
    Pausen sind heilig und in der Ruhe liegt die Kraft.
    In der Stille wächst Vertrauen: „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46,11)

Aber die auf den HERRN harren,
kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
dass sie laufen und nicht matt werden,
dass sie wandeln und nicht müde werden.
(Jesaja 40,31, Lutherbibel 2017)

Schlussgedanke

Schwäche annehmen bedeutet nicht, darin stecken zu bleiben.
Es heißt aufzuhören, immer stark sein zu müssen – und Platz zu machen für göttliche Kraft, die in uns wächst, wenn wir still werden.

Ein Gebet für dich:

Herr Jesus,

du kennst meine Grenzen,
meine Müdigkeit, meine Zweifel und meine Angst.
Du siehst, wo ich nicht mehr weiterweiß,
und wo ich mich so sehr nach Stärke sehne.

Ich bekenne dir meine Schwachheit.
Ich höre auf so zu tun, als müsste ich alles im Griff haben.
Nimm du den Druck von mir perfekt sein zu müssen,
und lehre mich, ehrlich zu dir und zu mir selbst zu sein.

Herr, wo ich nicht mehr kann,
da bitte ich dich:
Werde du stark in mir.
Erfülle meine Leere mit deiner Gegenwart,
meine Unruhe mit deinem Frieden,
meine Ohnmacht mit deiner sanften, heiligen Kraft.

Lass mich erfahren, was es bedeutet,
dass deine Gnade genügt,
und deine Kraft in den Schwachen mächtig ist.
Zeige mir, wie du mich gerade durch meine Begrenzungen
anderen zum Segen machen kannst.

Schenke mir Demut, Hilfe anzunehmen,
Mut, meine Schwäche zu benennen,
und Vertrauen, dass du mich hältst –
nicht wegen meiner Stärke,
sondern weil du treu bist.

Forme in mir ein Herz,
das in der eigenen Schwachheit
deine Stärke erwartet
und deine Nähe sucht.

Amen.

Herzliche Segensgrüße
von Sandra /sanlight

Bildquelle: Kostenloses Bild von Pexels – Foto von Lukas Blazek: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-die-rosa-hemd-tragt-627537/

Frau, Die Rosa Hemd Trägt · Kostenloses Stock-Foto

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